Vorgeburtliche genetische Bluttests: Es braucht endlich eine politische Entscheidung!

In einem gemeinsamen Positionspapier vom 30. April 2020 fordert der bvkm zusammen mit 40 weiteren Organisationen den Deutschen Bundestag dazu auf, Entscheidungen darüber zu treffen, unter welchen Bedingungen vorgeburtliche Untersuchungen zur Anwendung kommen sollen, deren Ergebnisse keine therapeutischen Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Dabei geht es um Untersuchungen wie den Nichtinvasiven Pränataltest (NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21, die keinen medizinischen Nutzen haben, sondern allein dazu dienen, werdenden Eltern die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch aufgrund der Behinderung des Kindes zu ermöglichen.

Hintergrund

Im September 2019 hat der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) die Kostenübernahme für den NIPT auf die Trisomien 13, 18 und 21 beschlossen. In Kraft treten wird dieser Beschluss, wenn eine Versicherteninformation zu den Bluttests auf Trisomien vorliegt, die die werdenden Eltern fachlich korrekt, umfassend und vor allem neutral informieren soll. Anfang März legte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einen ersten Entwurf vor, zu dem noch bis zum 29. Mai 2020 Stellungnahmen eingereicht werden können. Dieser Entwurf informiert aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen weder vollständig noch ergebnisoffen und muss – unter Beteiligung von Menschen mit Behinderung und ihren Familien und Verbänden – umfassend überarbeitet werden.

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